St. Georg Dessau


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Monatsgedanken

Allgemeines

August/September 2019

Himmelreich


Himmel und Hoelle das war in meiner Kindheit ein Huepfespiel der Maedchen auf der Strasse und auf dem Schulhof. Nach einer Zahlenkombination mit Kreide auf die Steine gemalt, huepften die Maedchen von der Erde in den Himmel und zurueck, dabei mussten sie die Hoelle ueberspringen. Das kennen wir auch aus dem spaeteren Leben: Ich fuehle mich wie im siebten Himmel, sagt jemand nach einem erholsamen Urlaub, und Verliebte sprechen so voneinander: Es ist himmlisch!. In solchen Momenten sind wir auf der Erde wie im Himmel.

Himmel - Reich - Das klingt wie Maerchen aus Tausend und einer Nacht und es klingt nach Weltgeschichte - Das Roemische Reich, Das Reich der Inka, Das Reich des Dschingis Khan, Das Reich Karls des Grossen - beherrschend, imponierend, praegend.

Aber wie geht das zusammen? Himmel der Liebe und Himmel der Herrschaft? Wunsch und Befehl?

Jesus sagt an anderer Stelle dazu: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Menschliche Versuche bis in die juengste Gegenwart ein Himmelreich zu organisieren enden immer auf die gleiche Weise: Zerstoerung und Leid. Siehe "Das Dritte Reich", "Das kommunistische Reich", "Das Reich der Islamisten". Die menschgemachten Reiche haben mit dem Reich, von dem Jesus Christus sprach nichts zu tun, denn bei Jesus Christus geht es um Heilen, um Teilen, um Einfachheit, um Liebe, um Frieden. Auf diesem Hintergrund ist das Himmelreich zuerst nichts aeusserliches, sondern zuerst nur in uns moeglich, in jedem einzelnen Menschen - dafuer ist die menschliche Liebe der deutliche Hinweis: werde ich geliebt, dann gebe ich Liebe zurueck; werde ich geliebt, dann bin ich stark und zufrieden; In der Liebe ist der Wunsch des einen der Befehl fuer den anderen - so geht Liebe und Herrschaft Hand in Hand.

Das Himmelreich Christi ist nahe denen, die ihrem Herzen folgen. Die dem folgen, was in mir stimmt, dem, wozu uns, jeden auf seine Weise, Gott berufen hat. Wer das entdeckt, dem ist das Himmelreich nahe herbeigekommen. Da befiehlt die Liebe und herrscht der Friede.

Da huepft das Herz von der Erde in den Himmel und ueberspringt die Hoelle.

Ihr Pfarrer Martin K. Guenther


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