St. Georg Dessau


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Monatsgedanken

Allgemeines

Maerz 2019

Tor der Gerechtigkeit

Der Beter spricht: "Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit!
Ich will in sie eingehen, danken will ich GOTT.
Dies ist das Tor zu IHM, Gerechte ziehen hier ein."

Die Bibel, Altes Testament, Psalm 118


Das "Tor" von dem hier die Rede ist, ist ein Symbol fuer einen Einschnitt im Leben. Vor dem Tor, hinter dem Tor, also draussen oder drinnen sieht es unterschiedlich aus.

Wenn es ein Gefaengnis ist, dann ist draussen die Freiheit und drinnen die Fesseln und die Nacht. Wenn es umgekehrt ist, so wie hier, ein "Tor der Gerechtigkeit", dann sind draussen die Fesseln und die Dunkelheit und der Irrtum und drinnen ist das volle, erleuchtete Leben und die Freude.

Da stehen Menschen vor dem Tor und klopfen an und wollen rein. Das ist die Situation, in die Christus uns bringt, wenn er in unser Leben tritt. ER fuehrt uns vor das "Tor" zum wirklichen Leben und macht uns zu anklopfenden Menschen. Denn Christus bewegt uns zu anspruchsvollen, zu unbescheidenen Menschen - Menschen, die sich nicht mehr abfinden mit dem, was man hier so Leben nennt, mit dem Dahinvegetieren aufs Grab zu und diesem Herumschlagen und Herumraufen ums "taegliche Brot" und ums Angesehenwerden und ums Vorankommen, jeder fuer sich selbst, und auf der Hoehe der Mode bleiben und Macht haben ueber andere Menschen.

Was ist das fuer ein Leben, fragt uns Christus und weiter: Wisst ihr, wohin das "Tor der Gerechtigkeit" fuehrt? Dieses "Tor" fuehrt nicht einfach ins Schlaraffenland, nicht einfach in die Erfuellung unserer Wuensche, der toerichten und eigennuetzigen zumal. "Dies ist das Tor zu IHM", zu dem lebendigen Gott, zum Licht, das unser ganzes Leben durchleuchtet und jede finstere Stelle an den Tag bringt. Wer darf durch dieses "Tor" einziehen?

"Gerechte ziehen hier ein". Oder wie der Theologe Martin Buber sagt: "Bewaehrte ziehen hier herein", bewaehrte Mitarbeiter Gottes, mithin bewaehrte Juenger Jesu. Verraeter, Versager, Verfuehrer, Gegenarbeiter haben keinen Zutritt. Es heisst nicht: nur Juden gehen hier herein und keine Heiden. Es heisst auch nicht: nur Christen oder nur Kirchenmitglieder gehen hier herein und keine Juden und Atheisten und Heiden. Sondern es heisst: Gerechte, Bewaehrte gehen hier herein. Der barmherzige Samariter geht hier herein, der weder Jude noch Christ war, aber der das Wichtigste getan hat: Barmherzigkeit. In diesem Sinne wuensche ich uns eine gesegnete Passionszeit.

Ihr Martin K. Guenther, Pfarrer


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