St. Georg Dessau


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Monatsgedanken

Allgemeines

August 2020

Wunderbar !


"Ich bin wunderbar gemacht", sagt der Beter hier von sich selbst? Naja, denke ich mir, das klingt ja doch recht selbstverliebt, wenn er sich dabei man nicht falsch einschaetzt? Wie heisst es an anderer Stelle in der Bibel: "Hochmut kommt vor dem Fall" Und erst ich selbst, wenn ich im Glauben an Gott diese Zeilen des Psalms nachbete, dann komme ich mir doch etwas komisch vor: "Ich bin wunderbar gemacht", wenn ich das der Gemeinde von der Kanzel sage, dann werden meine Glaubensgeschwister zurecht ins gruebeln kommen und denken: wenn's so mit ihm weitergeht, dann dauert's nicht mehr lange und erklaert uns, dass demnaechst seine persoenliche Himmelfahrt zu beobachten sein wird.

Also nochmals genau gelesen: Der Beter erfaehrt, dass er wunderbar gemacht ist, nicht, indem er stundelang vor dem Spiegel posiert, oder am Computer mit GIMP oder Photoshop seine Selfies bearbeitet, sondern indem er Gott als sein Gegenueber gewaehlt hat. Was er in diesem Gegenueber erkennt, hat nichts zuerst mit seiner aeusseren Erscheinung zu tun, sondern mit der Erkenntnis der Seele; "Meine Seele" bezeichnet den Ort in uns, durch den wir mit einer geistigen Welt und einem Bewusstsein verbunden sind, das wollte, dass wir auf dieser schoenen Erde geboren werden; In Gefuehl und Glaube bleiben wir durch unsere Seele ein Leben lang mit dieser geistigen Welt - Gott - verbunden und kehren mit unserem Tod in das Bewusstsein zurueck, aus dem wir geboren wurden. Als Mensch in solch goettlichem Zusammenhang, oder in solch evolutionaerem Prozess verwoben zu sein, erkennt der Beter und erkenne ich, aus meiner eigenen, seelischen Wahrnehmung; Darauf vertraut der Beter und nennt das eigene Dasein hier auf Erden "wunderbar". In dieser Weise nimmt er nun nicht nur sich selbst als "wunderbar" wahr, sondern alle "deine Werke" alles Leben; sozusagen die ganze Erde ist "wunderbar" - Wer will das bestreiten?!

Ich kann Gott nur dafuer danken. Bleiben Sie dran und kommen Sie zum Gottesdienst. Amen.

Ihr Pfarrer Martin K. Guenther



September 2020


Gott geht friedfertig mit uns um


Versoehnung - was ist das eigentlich? Der Liederdichter Juergen Werth reisst einen weiten Horizont auf: "Wie ein Fest nach langer Trauer, wie ein Feuer in der Nacht, ein off'nes Tor in einer Mauer, fuer die Sonne aufgemacht, wie ein Brief nach langem Schweigen, wie ein unverhoffter Gruss, wie ein Blatt an toten Zweigen, ein 'Ich-mag-dich-trotzdem-Kuss'. So ist Versoehnung. So muss der wahre Friede sein. So ist Vergeben und Verzeihn." Wenn Streit war, wenn man sich verkracht hat und dicke Luft herrscht, dann atmen beide Konfliktparteien auf, wenn sie sich wieder versoehnt die Hand reichen koennen. Kleine Kinder sagen dazu, dass nun "wieder alles gut" ist. Versoehnung - ja, schoen waer's! Doch wer macht den ersten Schritt auf den anderen zu?

Der Apostel Paulus staunt darueber, dass der Schoepfer der Welt diesen ersten grundlegenden Schritt auf uns Menschen zugegangen ist. Wir sind naemlich nicht so, wie Gott uns gedacht hat. Deshalb gibt es Kriege und Kleinkriege, leben wir oft unversoehnlich mit unseren Mitmenschen, ja manchmal sogar mit uns selbst. Doch Gott geht friedfertig mit uns um. Paulus hat erkannt, dass Jesus Christus, Gottes Sohn, der Brueckenschlag Gottes zu uns ist. Jesus geht uns Unversoehnlichen nach und sagt: "Mit Gott ist alles gut! Er hat euch vergeben." Versoehnung mit Gott, das heisst: Ich stehe nicht mehr unter Anklage. Der Zoellner Zachaeus klettert vom Baum und der verlorene Sohn kehrt heim zum Vater.

Reinhard Ellsel


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