St. Georg Dessau


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Monatsgedanken

Allgemeines

Oktober 2020

Kuemmert euch umeinander !


Der babylonische Koenig Nebukadnezar hatte Jerusalem erobert. Die politische und religioese Fuehrung des Landes verschleppte er ins babylonische Exil. Nur ein kleiner Teil der Israeliten blieb in Jerusalem zurueck, unter ihnen der Prophet Jeremia. Er schreibt einen Trostbrief an sein Volk in der Ferne. Doch die Hoffnung auf eine baldige Rueckkehr in die Heimat nimmt er ihnen. Stattdessen schreibt er: "Baut Haeuser, pflanzt Gaerten, gruendet Familien!" Jeremia raet, nicht zurueckzuschauen, sondern sich an die neue Situation anzupassen und einzufuegen. Weiter schreibt er: "Suchet der Stadt Bestes und betet fuer sie zum HERRN ; denn wenn's ihr wohlgeht, so geht's auch euch wohl." Was ist "das Beste" fuer eine Stadt? In der hebraeischen Textfassung ist dreimal das Wort "Schalom" zu lesen. "Suchet den Frieden der Stadt, denn wenn sie Frieden hat, dann habt auch ihr Frieden", so die woertliche uebersetzung. Jeremia spricht hier das Miteinander an, die Versoehnung. Denn nur so kann ein gutes Zusammenleben gelingen.

Auch heute leben Menschen verschiedenster Herkunft, Religionen und Kulturen auf engem Raum zusammen, sind Nachbarn. Sorgt euch nicht nur um euch selbst, sondern auch um eure Mitmenschen.

Kuemmert euch umeinander, nehmt Ruecksicht aufeinander, lautet die Botschaft von Jeremia. Denn wer sich darum bemueht, dass es den Menschen um einen herum gutgeht, wer fuer sie Frieden schafft, der schafft auch fuer sich selbst Frieden.

Detlef Schneider



November 2020


Trost


Im November endet das Kirchenjahr mit dem Ewigkeitssonntag. Der Tod wird erinnert und manche Traene faellt aufs Grab. Der Prophet Jeremia spricht von Gottes Trost und Christen sprechen von Jesu Kommen.

Ist durch Jesu Kommen etwas anders geworden, und was ist nicht anders geworden? Ich denke, man kann die Antwort auf diese Frage zusammenfassen in dem Satz: Die Erloesung ist noch nicht da, aber der Erloeser ist schon da. Noch ist Gewalt und Tod nicht beseitigt, und das heisst: Noch immer toeten sich Menschen um der irdischen Gueter willen, noch immer haben Menschen "stolze Koepfe und Herzen" (Lukas 1,51); Noch immer quaelen uns Krankheit, Alter, Trauer und Einsamkeit aller Art. "... aber ich werde sie troesten", d.h. Gott hat sich in Christus unloesbar mit uns verbunden.

Am Kreuz ist der Kampf schon gekaempft worden und zu Ostern wurde sichergestellt, dass nicht Trauer, Tod und Teufel das letzte Wort haben, sondern das Leben, das Licht und der Schwur Gottes: "... ich werde sie troesten und leiten." Fassen wir das in unser Herz, dieses "der Erloeser ist schon da!", dann werden wir erkennen: Die Zeugen des Neuen Testamentes und unsere Gesangbuchlieder haben den Mund nicht zu voll genommen: "Auf, auf, mein Herz, mit Freuden nimm wahr, was heut geschieht; wie kommt nach grossem Leiden nun ein so grosses Licht!" (Ev. Gesangbuch 112) Und je mehr und tiefer wir das ins Herz fassen, desto mehr werden wir Trost und Kraft bekommen gegen alles, was dem Versprechen Gottes widerspricht: "Sie werden weinend kommen, aber ich werde sie troesten und leiten".

Ihr Martin K. Guenther, Pfarrer


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