St. Georg Dessau


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Monatsgedanken

Allgemeines

Juni 2021

Die eigenen Grenzen erkennen


David hat hochfliegende Plaene. Er will fuer seinen Gott ein Haus bauen, wie es noch keiner gesehen hat. Und womoeglich wuenscht er sich, so auch selber Geschichte zu schreiben. Doch Davids kluger Berater Nathan sieht in einem Traum, dass diese Plaene zu gross sind. Ein anderer wird das Projekt fertig machen muessen. David erkennt das an und lobt Gottes Groesse.

Hochfliegende Plaene: der Treibstoff des Lebens. Ich brenne fuer eine Idee oder bin begeistert von einem Projekt. Wie schoen waere es, etwas gross zu machen und mir selbst einen Namen. Aber dann kommt etwas dazwischen. Steine liegen im Weg. Ich komme an die Grenzen meiner Kraft. Und ich muss eingestehen: Was ich mir vorgenommen habe, ist zu gross fuer mich, ich schaffe es nicht. Vielleicht gehoert das zu den schwierigsten Aufgaben des Lebens: die eigenen Grenzen erkennen, Plaene loslassen - und dann das ertraeumte Bild von mir deckungsgleich zu machen mit einem, das mich zeigt, wie ich bin. Das macht mich zunaechst traurig. Aber - viel spaeter - auch demuetig und dankbar.

Denn es ist so befreiend, nicht mehr den Plaenen hinterherjagen zu muessen, an denen ich mich nur verheben und scheitern kann. Es ist so erloesend, mir sagen zu lassen, dass ein anderer es fertig machen wird. Er, der ist wie sonst keiner, dessen Name weiter reicht als meine Kraft und mein Leben: Er fragt nicht nach dem, was ich vorzuweisen habe. Und schreibt meinen Namen doch gross in das Buch seines Lebens.

Tina Willms



Juli 2021

Gott Naehe


Wenn wir mit unseren Enkelinnen gemeinsam zum Essen am Tisch sitzen, im Kreis die Haende reichen und schmettern: "Und wie der kleine Vogel singt, so danken wir dem HERRN, ..." Dann fuehlen wir alle, so nah ist uns Gott.

Der Glaube an den einen nahen und fernen Gott ist das Erbe des Judentums. Das Problem: Gott ist weder Mann noch Frau und ER ist auch kein Gegenstand. "Gott ist Geist", sagt die Bibel. Mit dem Wort "Gott" weisen wir auf etwas hin. Worauf? Auf etwas, was wir, um mit Paulus zu sprechen, nicht ergreifen koennen, wovon wir aber ergriffen sind. "Gott" kann nur persoenlich erlebt werden und in der Gemeinschaft gefeiert werden. Und je nachdem wie man sich zu Gott stellt, ist er entweder Abgrund oder Halt.

Jesus spricht von Gott, als einem guten Vater. Damit steht "Gott" gegen alles, was uns kaputt macht. Das "Vater, unser" sagt, "Gott" wirkt in unserem Alltag: in der Nahrung, durch Vergebung von Schuld, Er befreit von allerlei Lebensaengsten, ER erloest. Dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, erinnert uns daran - auf dieses Leben laesst sich vertrauen.

Meine Erfahrung sagt, im Leben gibt es Rettung durch Gott, trotz manchem Zweifel. Nach den Worten des Evangelisten Johannes ist Gott "Geist", "Licht" und "Liebe" - Auf diesem Weg lernen wir Gott zu verehren: durch Anbetung im Geist, durch Wandeln im Licht, und durch Bleiben in seiner Liebe. Ich denke, damit koennen wir frei und froehlich leben.

Ich wuensche Ihnen eine gesegnete Zeit mit dem Dreieinigen Gott.

Ihr Pfarrer Martin K. Guenther


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